Chaostrophobie
Im Chaos Hoffnung und Perspektive finden können
Proben und Herangehensweise
Das Projekt beginnt mit Gesprächsrunden und methodischer Sammlung von Impulsen zu Reizüberflutung, Medienalltag, Umwelt und der Geschichte und Gegenwart in der Lausitz. Die Jugendlichen reflektieren ihre eigenen Erfahrungen und setzen sich mit regionalen Entwicklungen sowie gesellschaftlichem Wandel auseinander. In mehreren Workshops werden die Themen kreativ aufgegriffen – in Form von Improvisationen, Bewegungsspielen und artistischen Übungen. Unter Anleitung der Regisseurin Anett Simmen und professionellen Künstler*innen entstehen in Probencamps und weiteren Tagen erste Szenenskizzen (Tanz, Bewegungstheater und Artistik).
Das Ensemble arbeitet partizipativ: Szeneideen, Figuren und Bewegungen werden gemeinsam entwickelt und ausprobiert. Alle bringen persönliche Eindrücke aus dem digitalen Alltag und regionale Bezüge zur Lausitz ein. Die Arbeit ist geprägt von Austausch im Team, Erleben und dem Experiment mit neuen künstlerischen Formaten – Artistik, Tanz und Theater stehen gleichberechtigt nebeneinander. Der Probenprozess unterstützt die individuelle Entwicklung jedes Teilschaffenden und stärkt soziale Bindungen sowie kreative Selbstwirksamkeit.
Stückinhalt und künstlerische Umsetzung
Das Bühnenstück setzt die gesammelten Erfahrungen und Themen um. In abwechslungsreichen Szenen werden die Herausforderungen und Chancen der jungen Generation in der Lausitz gezeigt:
– Die Eröffnung thematisiert die (historische) Braunkohleindustrie, deren Auswirkungen auf Menschen und Landschaft, und den laufenden Strukturwandel. Bilder, Geräusche, Bewegungschoreografien und kleine Spielszenen verdeutlichen den Wandel von Arbeit und Identität in der Region
– Darauf folgt die szenische Darstellung von Reizüberflutung und Umgang mit neuen Medien sowie KI. Choreografisch verschmelzen Akrobatik, Tanz und Theater, um Stress, Informationsflut und veränderte Lebenswelten zu veranschaulichen
– Umweltaspekte und das Ringen der Lausitzer um nachhaltige Zukunft werden in Musik, Bewegung und symbolischen Aktionen dargestellt: Die Bühne verwandelt sich in ein „digitalfreies“ Naturszenario, das als Gegenpol zur medialen Überforderung wirkt
– Im künstlerischen Miteinander finden die Teilnehmenden zu neuen Wegen: Gemeinsame Tanz- und Artistikbilder, Szenen der gegenseitigen Unterstützung und kollektiven Kraft demonstrieren, wie die junge Generation aktiv die Zukunft der Lausitz gestaltet und sich dem Wandel positiv stellt.
Das Stück endet mit einer rhythmischen Abschlusschoreografie, die den Ausgleich von Tradition und Innovation, Medienkompetenz und Umweltbewusstsein, individuellem Erleben und gemeinsamem Tun feiert – die Lausitz als Region im Wandel, gestaltet von Kunst, Kreativität und Gemeinschaft

